Future Speech Canvas


1 Blatt mehr nicht. Dein neues Tool für eine knackige und nachhaltige Rede oder Präsentation.

1.2.2024

Reden oder Präsentationen können uns verändern. Doch meist sind sie langweilig. Vertane Zeit und vergebene Chancen. Obwohl die Rednerin oder der Redner vielleicht tatsächlich wichtige Botschaften hatte. Ca. 84 Prozent der Reden werden als langweilig empfunden. Wow. Wie kommt es und was braucht es, damit sich das ändert?
Damit Deine Botschaft gehört wird, in einer Zeit, wo gerade der (kontroverse) Diskurs über den Weg in eine gute Zukunft immer wichtiger wird, habe ich das »Future Speech Canvas« entwickelt. 

Es passt alles auf ein Blatt Papier (DIN A3), oder besser zwei: Die erste Seite kannst Du als Arbeitspapier nutzen, die zweite Seite ist die Anleitung, mit kurzen Erläuterungen versehen, so dass das meiste selbsterklärend sein dürfte. Illustrationen erinnern Dich beim Ausfüllen an die Erläuterungen und Hinweise, so dass Du voll konzentriert beim Ausfüllen bei DEINEN Gedanken bleiben kannst. Und sie inspirieren gleichzeitig, in Bildern zu denken. So soll dieses Canvas ein echtes Arbeitspapier sein, welches sich gut anfühlt und über die relativ rationale Ebene der anderen mir bekannten Canvases hinausgeht. 

Hier in diesem Artikel gebe ich Dir darüber hinaus Hinweise, um richtig gut mit dem Canvas arbeiten zu können.

Unten auf dieser Seite kannst Du das Future Speech Canvas, Arbeitsversion und Anleitung herunterladen. Ich will den Blogartikel nicht lesen, ich will direkt das Future Speech Canvas!

Nutze das, was unser Gehirn liebt

»Der Mensch, das Augenwesen, braucht das Bild.« Dieser Satz ist von Leonardo. Ein Bild kann uns begeistern, es kann gewährleisten, dass wir uns erinnern. Ein Bild ist der Schlüssel, damit wir einen Tag später oder im besten Fall mehrere Wochen später die Botschaft einer Rede oder Präsentation noch im Kopf haben. Möglicherweise davon erzählen, dass wir uns auf den Weg der Veränderung machen. Das geht auch mit inneren Bildern. 

Genaugenommen gibt es drei Schlüssel, die unser Gehirn unser Gedächtnis liebt: Bilder, starke Emotionen und Storytelling. Am besten in Kombination, denn dann ist ziemlich sicher, dass es vom Kurz- ins Langzeit-Gedächtnis überführt wird und präsent bleibt. Oder anders herum: Dieses Trio ist erfolgreicher als vieles Rationale, das noch so überzeugend daher kommen mag. Also packe Deine (rationale) Botschaft in den Hamburger aus Emotionen, Bild(ern) und Storytelling. Dann kann sie Wirkung entfalten.

Du merkst sicherlich nun schon: Erfolgreiche Kommunikation sollte gestaltet werden. Meine These dazu ist: Wir alle müssen Veränderung besser gestalten! Es geht um weit mehr als »hübsch«. Es geht darum, sich mit dem Publikum zu verbinden, es abzuholen und zu begeistern. Gib ihm Zeit, sich von Bekanntem zu lösen und öffne den Weg zu Neuem. Wir müssen Handlungshürden erkennen und lernen, sie zu nehmen. Und das alles so positiv, dass wir uns gerne drauf einlassen und mehr davon wollen. 

Genau dafür habe ich dieses »Future Speech Canvas« nicht nur entwickelt. Ich habe es gestaltet, damit Du selbst Deine Rede oder Präsentation strategisch und leicht gestalten kannst. 
Ob Präsentation oder Rede, im Grunde ist es (fast) dasselbe. So eine Frechheit? Du hast Dich vielleicht schon gewundert, weshalb ich das in einen Topf werfe. Natürlich macht es einen kleinen Unterschied, ob ich mit oder ohne eine PowerPoint oder ein PDF präsentiere. Aber nur einen kleinen, denn das Wesentliche, die Gemeinsamkeiten sind dieselben: Nämlich, ob eine Verbindung zwischen Dir und Deinem Publikum entsteht und ob Deine Botschaft ankommt.
 

Ist 1 ≥ 3? Was glaubst Du?

Ich behaupte: 1 Botschaft ist besser als 3. Und 3 sind besser als 10. Noch eine Frechheit?! Ja, genau. Frage Dich, wie viel hängenbleiben soll von Deiner Message. Und erinnere Dich an Reden oder Präsentationen, wo Du im Publikum gesessen hast und vor lauter Details und vielen Folien die Hauptbotschaft nicht erkennbar war oder ein paar Tage später vergessen. Mein Tipp: Fokus! Doch dazu etwas später mehr. Diese radikale Forderung will ich Dir nun schon verraten. Sie ist das Zentrum, um das sich alles dreht.

Sei richtig da – an dem Ort, in diesem Kontext – Du selbst

Was ist der Call? Mache Dir zuerst den Kontext, Rahmen und Form bewusst. Welche Veranstaltung ist es? Wie ist der Raum? etc. Diese Fragen stehen auf der Erläuterungsseite des Canvas. Möglicherweise ist es sinnvoll, die gewünschte oder gewohnte Form zu durchbrechen? Dann ist bereits hier – abhängig von Dein/er Auftraggeber:in – eine Option, etwas zu ändern, schon bei der Auftragsvergabe. Diese Fragen und Anregungen geben Dir Sicherheit über das Setting.

Du bist der Schlüssel. Wieviel Aufwand willst oder kannst Du in die Rede einbringen? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Worauf kannst Du aufbauen? Was änderst Du? Hast Du eigene Erwartungen, also »Das ist Dein persönlicher Erfolg, wenn …«?

Bist Du bereits eine sichere Rednerin / ein sicherer Redner? Falls nicht, dann gibt es sehr gute Hilfestellungen. Am Ende des Artikels habe ich ein paar Links aufgeführt zu weiteren Webseiten.

Was ist Dein »Aha«, Dein Wissen / Können. Was ist Deine Message? Was ist DIR wichtig? Das muss nicht unbedingt die Botschaft der Rede sein, jedoch dient es der Reflexion. Auch musst Du Dich nicht »ausziehen«. Manchmal ist es gut, das »Allerheiligste« nur anzudeuten.

Im Grunde ist es die Frage: »Was kannst Du der Gemeinschaft geben?«. Daher das Bild »Wir sitzen alle in einem Boot.« Die letzten Jahre haben uns deutlich gezeigt, dass alles mit allem zusammenhängt, unser Handeln auf der ganzen Welt Auswirkungen hat. Und doch müssen wir uns konzentrieren, auf unser Tun. Mit dem Blick in die Weite und auf die Welt. Welche Frage, welches Problem / Not ist hier Thema? Was wäre die Konsequenz des Nichttuns? Hier rutschen wir nun möglicherweise direkt in die Rede rein. Das kann der Start / Aufhänger der Rede sein – »in medias res«. Doch halt – zuerst dies: 

»Wir« – Kenne Dein Publikum und verbinde Dich mit ihm

Konzentriere Dich auf Dein Publikum, auf genau diese Situation an diesem Ort und diesen Tag. Wichtig ist, Dein Publikum zu verstehen. Damit Du eine Verbindung bekommst. Frage Dich: »Was kann ich genau diesen Leuten sagen? Was würden sie nicht hören wollen oder verstehen? Oder interessiert sie einfach nicht. Was sind Ihre Ängste?« Sind es zum Beispiel Wissenschaftler oder Vertreter einer bestimmten Interessengruppe? Ticken sie eher sachlich oder emotional? Sind die Menschen unterschiedlich oder ist es eine relativ homogene Gruppe?

Wir alle haben es in der Hand, unsere Zukunft zu gestalten. Also müssen wir ein paar Dinge grundsätzlich ändern, dessen sind wir uns wohl alle bewusst. Daher wird es nicht ohne Konflikte gehen. Jedoch das »WIR« sollte stärker sein – in unserer Gesellschaft, in unserem politischen Diskurs und auch in Deiner Rede. 

Habe Mut und spiele mit der Form der Rede oder Präsentation

Nach welcher Strategie und in welcher Form baust Du Deine Rede auf? 
Klassisch kann gut sein – aber nicht immer. Für Strategie bin ich ein Freund des Golden Circles von Simon Sinek), doch er setzt bereits eine gute Verbindung zum Publikum voraus und wird daher nicht immer passen. 

Wie Du es auch machst: Frage Dich, ob gerade hier eine neue ungewöhnliche Form hier genau richtig sein könnte. Breche die Regeln, wenn es hilft. Spiele mit Konventionen, schaffe Irritationen. Sie können helfen, dass Dir das Publikum besonders aufmerksam zuhört. Auch hier darfst Du etwas wagen.
Die Meisterschaft besteht in Lebendigkeit, Kreativität, vielleicht Überraschung und Abweichen von der Norm, jedoch nicht zu viel. Du willst ja Dein Publikum mitnehmen und nicht überfordern.

Weniger ist mehr. Warum nicht mal eine Präsentation mit wenigen Folien machen? Nur mit Bildern oder ganz wenig Text. Meist ist es zu viel. Und dann kommt NICHTS mehr an. Oder es bleibt nichts. Also auch hier: Konzentration!

Fokus – die Konzentration auf das Wesentliche

Welches Bild passt? Gibt es das EINE Bild für meine Botschaft? Es kann auch ein inneres Bild, eine Assoziation sein, erzeugt durch ein Wort. Wenn‘s nicht das eine Bild gibt, dann geht quasi immer Storytelling. Zur Erinnerung: Unser Gedächtnis liebt: Stories, Bilder und Emotionen! Versuche es mit positivem Storytelling. Beispielsweise: »Wir sind nicht die ›Letzte Generation‹ sondern, die ›Erste Generation‹, die Kreislaufwirtschaft umsetzt und ein neues Wirtschaften etabliert.« 

Der Kern der Rede: DEIN Fokus! Meine Hauptbotschaft für Dein Publikum.

Gehe am besten davon aus: Mit ein wenig Glück merken sich Deine Zuhörer einen Satz. Nur diesen einen. Und wenn‘s ganz toll war, sogar drei. Das ist natürlich der Mega-Elevator-Pitch: Formuliere Deinen Kern in einem Satz. 

Dann kannst Du Deine Rede um diesen Satz, diese maximal drei Sätze drumherum stricken. Und was sich nicht gut fügt, fliegt raus. Ganz radikal. Ganz einfach. Das ist hart und macht es doch einfach. Lasse weg, auch wenn es weh tut.

Also nochmal kurz: Eine Botschaft ist besser als drei: »1 ≥ 3«

Das heißt nicht, dass Du unbedingt kurz präsentieren musst. Erzähle Deine Geschichte in einer guten Länge und Form. Präsentiere sie wie ein liebevoll verpackter Gegenstand, der entweder liebevoll ausgepackt werden soll oder sich mit einem riesigen Wumms auf der Bühne präsentiert. Das ist Dir überlassen. Wähle die Form und Länge gut. Rund um 1 Bild – 1 Satz.

Kurz mit einem Umweg wieder zum Ziel: Gibt es Einwände oder Hürden, die Deine Botschaft bremsen könnten? Ist es wirklich nachhaltig, was Du erzählst oder könnte es Rebound-Effekte geben? Dann baue sie direkt in Deine Rede ein. Erst wenn Du auch das bedenkst, steht Deine Botschaft am Schluss kraftvoll da.

Und für alle, die nun sagen: »Ich mache einen Fachvortrag, der 1.000 Fakten braucht.«, dann ist da nichts Schlechtes bei. Das ist dann nur eine völlig andere Nummer. Dann schau mal, was Du hier mitnehmen kannst, denn Mischformen sind möglich und auch für einen Fachvortrag können diese Impulse hier bereichernd sein.
 

Der Abschluss: Motivieren, Identifizieren, Verankern.

Gestalte den Abschluss positiv. Wie wäre es zum Abschluss mit einer halben Minute Stille, in der Du Dein Publikum fragst: »Was machst Du ab heute anders?«, »Was nimmst Du mit?« Auch eine solch ungewöhnliche Methode kann helfen, Deine Rede zu verankern.

Und natürlich solltest Du nicht vergessen, Deinen Namen und Kontakt (nochmal) zu nennen. Sollte jemand sich mit Lob oder Kritik melden, dann ist das viel Wert. Siehe das als Geschenk. 

Wie gelingt eine gute Vorbereitung?


Was ist besser: Freie Rede oder Ablesen? Ich bin ganz klar für frei, denn nur das kann lebendig sein. Wenn es Dir hilft, kannst Du Dir Stichworte auf Moderationskarten schreiben. Dann gilt es zu üben. 

Sei jedoch nicht blauäugig. Jede überzeugende Rede, jede gute Präsentation macht erfahrungsgemäß ca. 30 Stunden Arbeit (sagt Matthias Messmer).
Und ich kann es bestätigen: Auch mit wenigen Folien solltest Du so viel Zeit einplanen – mit Üben, Üben, Üben. Und da Du Dir vermutlich nicht die Woche vor der Rede fast komplett freihalten kannst, ist es sinnvoll, ca. 4–6 Wochen vorher zu beginnen und bspw. jede Woche einen Tag dafür zu reservieren. 


Bei der Gelegenheit möchte ich mich sehr bei Speaker Coach Matthias Messmer (www.matthias-messmer.de) bedanken. 
Wir haben bereits vor einiger Zeit die Köpfe über eine Skizze von diesem Canvas zusammengesteckt und er hat viele gute Ideen eingebracht. 
Vielen Dank, Matthias!

Und herzlichen Dank an alle aus meinem Netzwerk für viele weitere Tipps!

Ich schenke Dir das »Future Speech Canvas« – und freue mich über Feedback.

Ohne Hürde bekommst Du das »Future Speech Canvas«. Ich freue mich, wenn Du es teilst und gib mir bitte ein Like auf Linkedin 

Dein Feedback ist willkommen, denn das Canvas ist nicht in Stein gemeißelt und kann sicherlich hier und da verbessert werden. Melde Dich gerne, erst Recht, wenn Du damit gearbeitet und Deine Erfahrung gemacht hast.

 


Und wenn Du mich kennenlernen willst, weil Du Hilfe bei Deiner Rede oder Vorbereitung der Präsentation haben möchtest. Oder wenn Dich meine Arbeit als Designer interessiert, dann melde Dich bitte gerne: info@odenthal-design.de oder per Telefon: 030.25928007.

© Collagen: Bert Odenthal, Collagen-Material: Pixelbuddha Plot Twist Collage Creator, Mighty-Deals-Best-Collage-Creator, diverse/stock.adobe.com 

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